Wigedis
Wir geben`s Dir schriftlich

Was bedeutet Redensart „ich geb’s Dir schriftlich“ ?

Oktober 18, 2020

Was bedeutet eigentlich die deutsche Redensart „ich geb´s Dir schriftlich“?

 

Sicherlich haben die Meisten von Euch diesen Satz in dem einen oder anderen Gespräch gehört.

Aber was bedeutet die deutsche Redensart „ich geb´s Dir schriftlich“?

Vor allem, wann benutzen wir das? 

Es wird quasi eine Art Garantie über den Wahrheitsgehalt einer Aussage übernommen, sodass jegliche Zweifel an der Echtheit einer Aussage ausgeräumt werden sollen.

Et voilà!

Und so einfach könnten wir unwahre Fakten, in wahre Fakten umwandeln.

Das wär´s ja noch…

Wäre es so einfach, würden sich jegliche Gerichtsprozesse verkürzen oder gar vermeiden lassen. Als Beweisgrundlage würden sich die Beklagten und Angeklagten ausschließlich auf das Gesagte berufen und dieses mit der „Wahrheitsgarantie“ untermauern.

Fertig wäre die Wahrheit!

Nun ja, es könnte ziemlich schwierig mit dem Wahrheitsgehalt einer Aussage werden- selbst mit der Übernahme einer „Wahrheitsgarantie“, falls der eine oder andere Angeklagte den Nachnamen „Baron von Münchhausen[1] tragen sollte;-).

Spaß beiseite.

Aus diesem Grunde haben wir uns entschieden und das sogar Global gesehen, dass der Wahrheitsgehalt einer Aussage sich überwiegend nur über ein schriftliches Dokument oder einer Urkunde bekräftigen lässt.

Nicht aber durch einen Satz:

„ich geb´s Dir schriftlich“.

Vielmehr hat diese Redensart in Gesprächen einen symbolischen Charakter und wird eher umgangsprachlich in privaten Gesprächen benutzt.

Wir halten daher fest:

Die deutsche Redensart „ich geb´s Dir schriftlich“ ist keine echte Wahrheitsgarantie.

Denn Fakt ist, dass dem gesprochenen Wort der Dokumentations- und Beweiswert fehlt.

Sollte es sich in einem persönlichen Gespräch doch um einen beweiswürdigen Inhalt handeln, sollte unmittelbar im Anschluss des Gesprächs eine schriftliche Fixierung hinterhergeschickt werden.

Beispielsweise könnte man unmittelbar nach einem Telefonat dem Gesprächspartner eine E-Mail schicken und sich auf das Telefonat beziehen und so den Inhalt noch einmal festhalten.

Insofern sollte für die Glaubhaftmachung des gesprochenen Wortes, dringend eine schriftliche Fixierung erfolgen. Insbesondere dann, wenn es später darauf ankommt, etwas beweisen zu müssen, sollten wir unbedingt ein schriftliches Dokument erstellen.

Im Übrigen:

Die Redensart „Darauf gebe ich Dir Brief und Siegel“  hat denselben Grundgehalt wie „ich geb’s Dir schriftlich“.

Dies und noch vieles mehr erörtern wir in unseren nächsten Beiträgen.

Eure WIGEDIS_ Redaktion

 


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