Wigedis
Wir geben`s Dir schriftlich

Jobcenter, Fitnessstudio, Vermieter & Co

Oktober 27, 2020

Wir erhalten Leistungen vom Jobcenter, sind in einem Fitnessstudio angemeldet, leben in einer Mietwohnung, sind gesetzlich Krankenversichert, haben eine Arbeit, gehen zur Universität, haben ein Auto, Kinder usw.

Aus all diesen Situationen erwachsen Rechte und Pflichten heraus.

Es ist unsere Pflicht dem Vermieter den Mietzins für unsere angemietete Wohnung anzuweisen, ebenso ist es Pflicht den Mitgliedsbeitrag für unser Fitnessstudio pünktlich anzuweisen. Es ist Pflicht in einem Arbeitsverhältnis, die uns aufgetragenen Arbeiten zugunsten des Arbeitgebers zu erfüllen. Unsere Kinder zum Kindergarten oder zur Schule zu bringen und dort die monatlichen Beiträge zu entrichten. Dem Finanzamt jährlich unsere Steuererklärung einzureichen, das Verwarngeld wegen Falschparkens anzuweisen.

Diese Pflichten sind uns bewusst!

Aber wie sieht es mit den Rechten aus?

Kennen wir unsere Rechte und wenn ja, haben wir das Recht uns für diese einzusetzen?

Jeder hat das Recht seine Rechte zu kennen und sich für seine Rechte stark zu machen.

Dabei spielt es keine Rolle, welche ethnische Herkunft wir haben, welcher religiösen Anschauung wir nachgehen, ob wir groß, klein, dick oder dünn sind, ob wir alt oder jung, arm oder reich sind.

Völlig gleich!

Jeder Einzelne von uns sollte sich grundsätzlich für seine Rechte stark machen.

Immer!

Mit und ohne Corona!

Es mag sein, dass man nicht immer weiß, ob man Recht hat und, ob dieser eine bestimmte Anspruch durchsetzbar ist.

Einen Versuch ist es dennoch immer Wert.

Sei es, weil der Vermieter sich nicht um unsere Wohnung kümmert, obwohl diese völlig dahinschimmelt.

Sei es, weil die Versicherung zu viel Geld abgebucht hat, obwohl dies fehlerhaft ist.

Sei es, weil das Sofa mangelhaft geliefert wurde und wir seit Wochen auf die Lieferung warteten.

Sei es, weil der Arbeitgeber zu Unrecht eine Kündigung ausspricht.

Und, und, und.

Wir könnten hier Millionen von Gründen aufzählen, in welcher wir uns für unsere Rechte einsetzen sollten.

Allerdings setzen wir uns sehr häufig nicht für unsere Rechte ein.

Warum eigentlich nicht?

Womöglich aus Angst etwas falsch zu machen oder Ansprüche zu stellen, obgleich keine bestehen oder weil wir einfach nicht wissen, wie wir uns für unsere Rechte einsetzen können.

Es stellt sich die Frage, ob diese Ängste berechtigt sind.

Der Angst auf den Grund gegangen, stellt sich die Frage:

Was genau ist Angst?

Angst ist ein evolutionäres, menschliches Gefühl, die den Antrieb von Fluchthandlung aus einer Gefahrensituation mobilisiert. Wobei es sich bei der evolutiven Gefahrensituation um die Flucht vor Dinosauriern handelte.

Dinos sind zwar heute nicht mehr existent, dennoch ist das Angstzentrum im Gehirn offensichtlich aktiv. Die scheint weiterhin ein instinktives, aber schützendes Gefühl vor Situationen zu sein.

Wovor schützt die Angst uns heute und was sind deren Auslöser?

„Die heutigen Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein.“[1]

Bleiben wir mal bei dem Beispiel der verschimmelten Wohnung.

Wenn unsere Wohnung dahin zu schimmeln droht und der Vermieter eine Mängelbeseitung unterlässt, dann ist das sehr wohl eine erwartete Bedrohung nicht nur für unsere Gesundheit, sondern auch für unsere gesamte Privatsphäre und somit ein Auslöser für unsere Angst.

Wir wissen nun, dass uns das Angstgefühl vor einer Gefahr schützen will.

Welche Angstreaktionen gibt es?

Es vielerlei Arten wie sich die Angst in unserem Körper bemerkbar macht.

Bekanntlich auch in einem aktiven Tun oder in einer lähmenden Unterlassung.

Wenn wir unsere Angstreaktion in einer lähmenden Unterlassung begegnen, dann wäre das möglicherweise in der Angst etwas falsch zu machen und deshalb nicht auf die offensichtliche Bedrohung einzugehen.

Aktives Tun hingegen wäre möglicherweise den Vermieter dazu aufzufordern den Schimmel zu beseitigen.

Hätten wir im Schulunterricht Rechtskunde als Fach gehabt, dann wüssten wir außerdem, dass u.a sogar Artikel 13 GG die Unverletzlichkeit der Wohnung und die §§ 223 ff. StGB die Gesundheit schützen.

Wir hätten damit sogar eine gesetzliche Grundlage und könnten unsere Angst besser adressieren und verarbeitet.

Nun sind diese Gesetze nicht jedem bekannt.

Das ist Fakt!

Aber selbst, wenn der eine oder andere von der Existenz dieser Gesetze wüsste, wüsste die Mehrheit weiterhin nicht, wie es sich auf diese Gesetze berufen und seine Rechte hiervon ableiten sollte.

Es gibt viele Wege wie diese Rechte durchsetzbar werden könnten.

Mit Hilfe von Juristen oder Gerichten beispielsweise könnten Rechte durchsetzbar gemacht werden.

Dies sollte u. E nach aber ultimo ratio sein. Denn vor der Einholung staatlicher Hilfe und im Zweifel aller Umstände und bei aller Nichtwissenheit, können wir grundsätzlich unseren gesunden Menschenverstand aktivieren und unserer Kommunikation freien Lauf lassen.

Was soll schon falsches passieren?

Wir plädieren grundsätzlich auf KOMMUNIKATION!

In jeden Fall!

Und am besten geschieht die Kommunikation auf schriftlicher Ebene, damit wir unseren Sachverhalt im Zweifel auch beweisen können.

 

Dies und noch vieles mehr erörtern wir in unseren nächsten Beiträgen.

Eure WIGEDISRedaktion

 

 

 

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Angst abgerufen am 27.10.2020