Wigedis
Wir geben`s Dir schriftlich

Kennst Du Deine Rechte?

Dezember 27, 2020

Kennst Du Deine Rechte?

Wir erhalten Leistungen vom Jobcenter.

Sind in einem Fitnessstudio angemeldet.

Leben in einer Mietwohnung.

Sind versichert.

Haben eine Arbeit oder gehen zur Universität.

Besitzen ein Auto und haben  Kinder usw.

Aus all diesen Situationen gehen Pflichten hervor!

Es ist unsere Pflicht dem Vermieter den Mietzins für unsere angemietete Wohnung anzuweisen.

Ebenso ist es Pflicht den Mitgliedsbeitrag für unser Fitnessstudio pünktlich anzuweisen.

Zudem ist es Pflicht in einem Arbeitsverhältnis, die uns aufgetragenen Arbeiten zugunsten des Arbeitgebers zu erfüllen.

Unsere Kinder zum Kindergarten oder zur Schule zu bringen und dort die monatlichen Beiträge zu entrichten ist ebenfalls Pflicht.

Dem Finanzamt jährlich unsere Steuererklärung einzureichen oder  das Bußgeld wegen

Falschparkens zu bezahlen, ist ebenso unsere Pflichten.

Diese Pflichten sind uns bekannt !

Aber sind uns auch unsere Rechte bekannt?

Haben wir das Recht uns für diese einzusetzen?

Jeder hat das Recht sich für seine Rechte stark zu machen!

Dabei spielt es keine Rolle, welche ethnische Herkunft wir haben oder welcher religiösen Anschauung wir nachgehen.

Es spielt auch keineswegs eine Rolle, ob wir groß, klein, dick oder dünn sind.

Ebenso ist es nicht relevant, ob wir alt oder jung, arm oder reich sind.

Völlig gleich !

Es mag sein, dass man nicht immer weiß, ob man Rechte hat und, ob das eine bestimmte Recht überhaupt durchsetzbar ist.

Einen Versuch ist es immer Wert.

Nichts sollte unversucht bleiben.

Sei es, weil der Vermieter sich nicht um unsere Wohnung kümmert, obwohl diese völlig dahin schimmelt und wir ihn dazu auffordern möchten, dass er den Schimmel beseitigt.

Sei es, weil die Versicherung zu viel Geld abgebucht hat, obwohl dies fehlerhaft ist und wir sie auffordern das Geld zurückzuerstatten.

Sei es, weil das Sofa mangelhaft geliefert wurde und wir wochenlang auf die Lieferung gewartet haben und wir einen Nachlass des Kaufpreises verlangen.

Sei es, weil der Arbeitgeber zu Unrecht eine Abmahnung ausgesprochen hat und wir uns gegen die Abmahnung verteidigen möchten.

Egal was!

Wir könnten hier Millionen von Gründen aufzählen, in welcher wir uns für unsere Rechte einsetzen könnten. Fakt ist allerdings, dass wir uns sehr häufig nicht für unsere Rechte einsetzen.

Warum eigentlich nicht?

Womöglich aus Angst etwas falsch zu machen oder, weil wir einfach nicht genau wissen, wie man seine Rechte in der konkreten Situation durchsetzen kann.

Es stellt sich die Frage, ob diese Ängste berechtigt sind. Der Angst auf den Grund gegangen, stellt sich die Frage:

Was genau ist Angst ?

Angst ist ein evolutionäres, menschliches Gefühl, die den Antrieb von Fluchthandlung aus einer Gefahrensituation mobilisiert. Wobei es sich bei der evolutiven Gefahrensituation um die Flucht vor Dinosauriern handelte.

Dinos sind zwar heute nicht mehr existent, dennoch ist das Angstzentrum im Gehirn offensichtlich noch aktiv. Die scheint weiterhin ein instinktives, aber schützendes Gefühl vor Situationen zu sein, die uns heute angstbereiten.

 Was sind die heutigen Angstauslöser?

„Die heutigen Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein.“[1]

Bleiben wir mal bei dem Beispiel der verschimmelten Wohnung.

Wenn unsere Wohnung dahin zu schimmeln droht und der Vermieter eine Mängelbeseitigung unterlässt, dann ist das sehr wohl eine erwartete Bedrohung nicht nur für unsere Gesundheit, sondern auch für unsere gesamte Privatsphäre und somit ein Auslöser für unsere Angst.

Welche konkreten Angstreaktionen gibt es?

Die wohl bekanntesten Angstereaktionsarten sind die übermäßigen Übersprungshandlungen (aktives Tun), in welcher man nahezu zu einer Handlung gezwungen wird und die Lähmungen, bei der eben jegliche Art von Handlung quasi eingefroren ist.

Die Übersprungshandlung spiegelt sich häufig in der Flucht wieder. Also im Weglaufen.  Bei der Lähmung ist es bezeichnend, dass nichts gemacht wird, also quasi ein „Unterlassen“.

Die Angst etwas falsch zu machen und deshalb seie Rechte nicht in Anspruch zu nehmen, ähnelt der evolutionären Angstreaktion der Lähmung. Aber zeitgleich ist es auch eine Art Flucht.

Insofern ist die nicht in Anspruchnahme unserer Rechte in jedem Fall eine Art Angst!

Im konkreten Fall mit der verschimmelten Wohnung würde es bedeuten, dass man lieber im Schimmel lebt oder die Wohnung schnell kündigt, als den Vermieter dazu aufzufordern den Schimmel zu beseitigen.

Hätten wir im Schulunterricht Rechtskunde als Fach gehabt, dann wüssten wir, dass u.a sogar Artikel 13 GG die Unverletzlichkeit der Wohnung und die §§ 223 ff. StGB die Gesundheit schützen.

Der Angst jedoch nachzugeben, wäre in diesen konkreten Fall also gefährlich für die Gesundheit.

Nun sind diese Gesetze nicht jedem bekannt.

Aber selbst, wenn der eine oder andere von der Existenz dieser Gesetze wüsste, wüsste die Mehrheit weiterhin nicht, wie es sich auf diese Gesetze berufen und seine Rechte hiervon ableiten sollte.

Es gibt viele Wege, wie man seine Rechte durchsetzen kann.

Zunächst sollte man sich seinen Ängsten bewusst werden und dann sich mit Hilfe von Juristen und Gerichten für seine Rechte stark machen.

Die staatliche Hilfe sollte aber ultimo ratio, also das letzte Mittel, sein.

Denn im Zweifel aller Umstände und bei aller Unkenntnis können wir grundsätzlich unseren gesunden Menschenverstand aktivieren. Das bedeutet, dass wir unsere Rechte damit selber einfordern sollten, indem wir kommunizieren.

Und am besten geschieht die Kommunikation auf schriftlicher Ebene.

Das würde bspw im konkreten Fall der mangelhaften Wohnung bedeuten, dass wir unserem Vermieter ein Schreiben aufsetzen und ihn zur Beseitigung des Schimmels auffordern.

Ganz einfach!

Hierbei muss keiner Angst haben, dass er etwas falsch macht.

Falsch wäre es aber, wenn nichts gemacht würde.

Denn, dann hätte die Angst gewonnen und letztlich auch der Vermieter, der seinen Pflichten nicht nachgegangen ist.

Man selbst ist der Verlierer!

Gebe Deiner Angst nicht nach und kläre Deine Problematik lieber schriftlich und eigenständig, bevor Du der Verlierer bist.

Dies und noch vieles mehr erörtern wir in unseren nächsten Beiträgen.

Eure WIGEDISRedaktion


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[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Angst abgerufen am 27.10.2020